Auch im Erwachsenenalter können Sprach- und Kommunikationsstörungen auftreten, die verschiedene Bereiche der Sprache, des Sprechens, der Stimme oder des Schluckens betreffen. Wenn mehrere Bereiche betroffen sind, handelt es sich um komplexe Kommunikationsstörungen. Ich unterstütze Sie gerne dabei, Ihre Kommunikationsfähigkeit wiederherzustellen oder so gut wie möglich zu erhalten.
Wenn Sie den Weg in meine Praxis nicht antreten können, biete ich Ihnen auf Wunsch auch Hausbesuche an.
Ich biete die logopädische Therapie für Erwachsene in meiner Praxis oder auch bei Ihnen zu Hause an, in folgenden Bereichen:

Aphasie
Das sind Sprachstörungen, die durch eine Schädigung des Gehirns entstehen, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma. Aphasien beeinträchtigen verschiedene sprachliche Fähigkeiten, wie Sprechen, Schreiben, Sprach- und Textverständnis und Lesen, wobei die Ausprägung individuell unterschiedlich sein kann. Die vier Standardsyndromen sind globale Aphasie, Wernicke-Aphasie, Broca-Aphasie und amnestische Aphasie, sowie an die Nichtstandard-Syndrome der Leitungsaphasie und der transkortikalen Aphasie.
Sprechapraxie
Bei Sprechapraxien sind willkürliche Bewegungen der Sprechorgane eingeschränkt, etwa beim Sprechen oder sogar beim Herausstrecken der Zunge. Hingegen bleiben unwillkürliche Bewegungen möglich, z.B. beim Atmen und Schlucken. Es gibt keine peripheren Lähmungen, und das Sprachverständnis bleibt erhalten. Die Ursache liegt in einer Störung der Planung und Programmierung der Sprechbewegungen.

Dysarthrie
Bei einer Dysarthrie handelt es sich um eine häufige Kommunikationsstörung im neurologischen Bereich, die sich durch eine deutliche Beeinträchtigung der Verständlichkeit beim Sprechen zeigt. Durch gezielte therapeutische Maßnahmen ist es meistens möglich, die Kommunikationsfähigkeit im Alltag spürbar zu verbessern.
Artikulationsstörungen
Bei einer Artikulationsstörung ist die Lautbildung gestört, sowohl bei Einzellauten (wie /s/ oder /sch/) als auch in Lautverbindungen. Manche Erwachsene haben diese Störung bereits seit der Kindheit, besonders bei den S-Lauten (Sigmatismen). Eine Artikulationsstörung kann aber auch im Laufe des Lebens entstehen, zum Beispiel durch Hörstörungen, einen Schlaganfall, Unfälle oder chronische Erkrankungen wie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Chorea Huntington oder Multiple Sklerose (MS).
Funktionelle und organisch bedingte Stimmstörungen
Stimmstörungen zeigen sich durch anhaltende Heiserkeit ohne akuten Infekt, eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit, Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl im Kehlkopf. Die Ursachen können funktionell sein, etwa infolge intensiver Stimmbelastung in Sprechberufen, oder organischer Natur, beispielsweise durch eine Stimmbandlähmung nach Infekten.
Neurodegenerative Erkrankungen
Neurodegenerative Erkrankungen sind langsam fortschreitende Krankheitsbilder, bei denen es zum Abbau von Nervenzellen kommt. Eine erbliche Prädisposition ist möglich. Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose (MS), Chorea Huntington und Morbus Parkinson. Diese Erkrankungen beeinträchtigen häufig sowohl den Schluckprozess, die Artikulation und auch die Stimme.
Stottern als Störungsbild
Stottern ist gekennzeichnet durch Unterbrechungen des Redeflusses, bestehend aus hörbaren oder lautlosen Blockaden, Dehnungen oder Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern. Häufig treten begleitende Symptome wie Muskelverspannungen im Gesichts- und Atembereich oder zusätzliche Körperbewegungen während des Sprechens auf. Das Ausmaß der Symptomatik kann in Abhängigkeit von Lebensphase, emotionalem Zustand oder individueller Verfassung variieren.

Dysphagie / Schluckstörung
Dysphagie bezeichnet eine Schluckstörung, die entsteht, wenn der normalerweise unbewusste und komplexe Schluckvorgang nicht mehr reibungslos funktioniert.
Ein gesunder Mensch schluckt täglich zwischen 1000 und 2000 mal, wobei über 30 Muskelgruppen präzise zusammenarbeiten. Wird dieser Ablauf gestört, etwa während der Nahrungsaufnahme, der Zerkleinerung oder beim eigentlichen Schlucken von Nahrung oder Flüssigkeit, spricht man von einer Dysphagie.
Die Ursachen können vielfältig sein: Häufig liegen neurologische Erkrankungen wie ein Schlaganfall, eine Hirnblutung, Multiple Sklerose, Parkinson, ALS, altersbedingte Veränderungen oder Demenz zugrunde. Ebenso können Erkrankungen oder operative Eingriffe im Kopf Hals Bereich, etwa Tumore im Mund , Rachen oder Kehlkopfbereich, zu Schluckproblemen führen.
Durch eine eingeschränkte Beweglichkeit oder Sensibilität im Mund und Rachenraum kann es zu einer verlangsamten Nahrungsaufnahme, zu erschwertem Abschlucken, zu Husten oder Verschlucken während oder nach dem Essen sowie zu Würgereiz kommen.
Häufig bleiben Nahrungsreste im Mund zurück, Speichel oder Nahrung laufen aus dem Mundwinkel, oder das Schlucken von Speichel gelingt kaum noch.
Diese Symptome beeinträchtigen nicht nur den Genuss beim Essen, sondern können die Lebensqualität erheblich mindern. Gefährlich wird eine Dysphagie dann, wenn Betroffene nicht mehr ausreichend Kalorien aufnehmen und dadurch an Gewicht verlieren oder wenn Nahrung in die Luftröhre gelangt und eine Lungenentzündung verursacht.
Die logopädische Therapie setzt genau hier an und verfolgt das Ziel, die Schluckfähigkeit wiederherzustellen, zu verbessern oder zu erhalten. Dazu gehören unter anderem das Training von Sensibilität und Motorik im Mund und Rachenraum, das Erlernen sicherer Schlucktechniken, Haltungsanpassungen, die geeignete Auswahl und Anpassung der Nahrung sowie der Einsatz passender Hilfsmittel. Angehörige und Pflegekräfte werden in den therapeutischen Prozess einbezogen, damit die erlernten Strategien im Alltag sicher umgesetzt werden können. Da Schluckstörungen ernsthafte gesundheitliche Folgen haben können, ist es wichtig, erste Anzeichen frühzeitig zu erkennen und ärztliche oder therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
